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Berufskundliche Fahrt der Fachgruppe Architekten und Ingenieure 2026
Hier wurden wir von unserem langjährigen Kollegen Bernd-Rüdiger Lehmann empfangen, der inzwischen in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist und die Besichtigungen vor Ort organisiert hatte.
Unser erster Programmpunkt führte uns in den Industriepark Schwarze Pumpe. Mitarbeitende des Kompetenzzentrums informierten uns ausführlich über die Entwicklung des Standorts – von seiner industriellen Vergangenheit über die heutige Situation bis hin zu den geplanten Investitionen der kommenden Jahre. Besonders beeindruckend war zu sehen, wie der Strukturwandel durch gezielte zivile Investitionen vorangetrieben wird und welche Chancen sich daraus für die Lausitz als Wirtschafts- und Lebensraum ergeben. Interessant war zu erfahren, dass sich die Länder Brandenburg und Sachsen den Innovationspark teilen, weil die Landesgrenze mitten hindurchgeht.
Anschließend besuchten wir den Bismarckturm auf dem Georgenberg. Von dort bot sich ein weiter Blick über die Region. Bernd-Rüdiger erläuterte die Geschichte Sprembergs und berichtete eindrucksvoll über die Erfahrungen seiner Familie, die insbesondere während des Zweiten Weltkriegs schwere Schicksalsschläge erleiden musste. Seine persönlichen Erinnerungen verliehen der Geschichte der Region eine besondere Nähe.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir das sanierte Stadtzentrum von Spremberg. Dabei konnten wir zahlreiche gelungene Beispiele der Stadtentwicklung und Stadterneuerung kennenlernen.
Zum Abschluss der Exkursion beschäftigten wir uns mit einem aktuell kontrovers diskutierten Vorhaben: dem von der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH geplanten Kupferschieferabbau in unmittelbarer Nähe der Stadt Spremberg. Das Kupfer soll in den 2030er-Jahren in einer Tiefe von über 1000 Metern in horizontal geführten Stollen abgebaut werden. Obwohl nur mit einem Kupfergehalt von 1,47 % gerechnet wird, soll sich der Abbau rentieren. Begründet wird dies damit, dass Kupfer einer der zentralen Zukunftsrohstoffe vieler Schlüsselindustrien sei, sodass zukünftig eine Rohstoffknappheit auf dem Weltmarkt zu erwarten ist. Deutschland aber ist zu 100 Prozent auf Kupferimporte angewiesen.
In einer ausführlichen Diskussion informierten wir uns über die erwarteten wirtschaftlichen Effekte, die Ziele der Investoren sowie die Haltung der kommunalen Verantwortlichen. Beispielsweise wird geprüft, ob die im Schacht vorhandene Erdwärme für die Wärmeversorgung der Stadt Spremberg genutzt werden kann. Gleichzeitig wurden mögliche Risiken und Auswirkungen auf Umwelt, Infrastruktur und Lebensqualität kritisch hinterfragt. Der offene Austausch zeigte, wie wichtig es ist, bei solchen Großprojekten wirtschaftliche Chancen und gesellschaftliche Verantwortung gleichermaßen zu berücksichtigen.
Ein wirklich gelungener Tag, unser Dank richtet sich vor allem an Bernd-Rüdiger.
Ideen für 2027 nehmen wir ab sofort entgegen.
Ralf Rippel Anja Scholze
Vorsitzender FG AI Mitglied FG AI


